Radio Free Europe in Wien 1951-1961

Personal, Politik und Arbeitsweise

2014

Das Projekt erforscht das Wiener Büro des Radiosenders Radio Free Europe (RFE), einem der wichtigsten medialen Instrumente der USA im Kalten Krieg in Zentraleuropa. Im Zentrum steht die Analyse des Personals, der Organisation, der Politik und der Arbeitsweisen des Wiener Büros zwischen 1951 und 1961. Untersucht werden einerseits die Methoden der Informationssammlung und die Produktion von Wissen über die Lebensverhältnisse in Ungarn, der Tschechoslowakei und in Polen, andererseits die Darstellung Österreichs in den Sendungen von RFE in die zentral- und osteuropäischen Nachbarländer, an denen prominente österreichische PolitikerInnen und Intellektuelle mitgewirkt haben.


Gefördert von der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien.

Artikel:
Radio Free Europe in Österreich: Akteure und Beziehungen in den 1950er Jahren, in: Lucille Dreidemy et al. (Hg.): Bananen, Cola, Zeitgeschichte: Oliver Rathkolb und das lange 20. Jahrhundert, Wien, Böhlau Verlag, 2015, 647-664

Broker des Antikommunismus. G. E. R Gedye und Radio Free Europe in Österreich, in: zeitgeschichte (erscheint im Dezember 2016) | PDF

Fluchthilfe aus dem Äther, Wiener Zeitung/Extra, 22./23 Oktober 2016 | PDF

Biographie und Exil: Gregor Sebba

2013

Projekt zur Biographie, zum politischen Denken und zur politischen Praxis des Wiener Sozialwissenschafters Gregor Sebba in Großbritannien und den USA

Kooperation mit dem Voegelin-Zentrum für Politik, Kultur und Religion am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximillians-Universität München

Gregor Sebba (*1905 in Libau/Lettland - + 1985 in Atlanta)
1927 Promotion an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck, 1929 Promotion zum Dr. jur.; 1930-1933 Forschungsassistent am Institut für Statistik der Minderheitsvölker der Universität Wien; 1931-1934 Generalsekretär der Österreichischen Politischen Gesellschaft; 1930-1935 Vorsitzender der Hochschulsektion der Österreichischen Völkerbundliga; 1934-1938 Werbefachmann der Julius Meinl AG; 1941-1943 Gründer und Generalsekretär der Austrian Action, der größten österreichischen Exil-Organisation in den USA; 1943-1944 Office of Strategic Services (OSS); 1947-1959 Professor für Ökonomie und Statistik an der University of Georgia in Athens; 1959-1973 Direktor des Graduate Institute of the Liberal Arts an der Emory University in Atlanta; 1964-1965 Fulbright Professor für Politische Philosophie am Institut für Politikwissenschaft der LMU München; 1973-1974 Professor of Humanities an der University of Florida

"Sebba was a prize specimen of the cultural phenomen that radically changed the course of intellectual life in America: the émigré scholar at large." (Richard Macksey)

Publikationen:

Peter Pirker: Liberale Kapseln. Die exilpolitische Seite der Julius Meinl AG, in: Exilforschung. Ein internationales Jahrbuch, 33, 2015, 126-149 I PDF

Peter Pirker: "Musst immer tun wie neugeboren". Zum politischen Denken und zur antinazistischen Praxis des Wiener Sozialwissenschafters Gregor Sebba, Voegeliniana, Occasional Papers No. 91B, März 2013, 64 Seiten, ISSN 1430-6786 I PDF

Peter J. Opitz/Peter Pirker (Hg.): Gregor Sebba: Political Ideas and Movements in Post-War Austria; Erich Voegelin: The Change in the Ideas on Government and Constitution in Austria since 1918, mit einem Vorwort von Peter J. Opitz, Occasional Papers No. 91A, März 2013, 47 Seiten, ISSN 1430-6786

Beides bestellbar beim Voegelin-Zentrum für Kultur, Politik und Relgion